Vielfalt &

Naturschutz

 

VESSELS möchte sich von der einseitigen Welt des Kunsthandwerks und der Kunst distanzieren und gerade auch auf Probleme und Ideen im Naturschutz aufmerksam machen. Nicht nur die glatte Welt der Werke ist faszinierend, sondern - wie in der Natur - auch die der Fehler, des Chaos, des Unperfekten. Gerade das zu zeigen und zu bewahren, ist hier ein Ziel. 

Dieser Teil der neuen Homepage befindet sich im Aufbau. 

 

 

In den Lüften die Vögel ...

Im Wald, im Feld die Morgensonne, der Raum zwischen den Stämmen erfüllt von zartem, morgendlichem Dunst und Vogelgezwitscher. In den Kronen sitzen sie, die Vögel, fliegen von einem Ast zum andern. Der moosige Boden atmet, im Laub und Gras das nach Nahrung suchende Federvolk, ganz ohne Angst. Ganz selten mal eine seidige Feder, die in so unendlicher Zeit zu Boden schwebt – gleich wie der Klang des Morgenlieds. Ein poetisches Bild.

Doch die Wälder, Wiesen, Streuobstwiesen, Städte und Dörfer werden stiller. Der Gesang der Vögel verebbt.

 

Gerade in der Stadt, im Dorf gibt es immer weniger Brutplätze für Vögel. Morsche Bäume mit Höhlen werden gefällt, Buschwerke abgeholzt, alte, verfallene Gebäude werden restauriert, hohle Dachüberstände geschlossen. Morsches Mauerwerk verputzt. Alte, hölzerne, teils offene Garagen durch betonierte oder Alu-carports ersetzt. Vogelnester sind unerwünscht, denn die Vögel machen Dreck in der cleanen, heutigen Welt. Vögel, Insekten und Fledermäuse sind die Leidtragenden. 

Henriette Tomasi, Der Wartende und der Baum
Henriette Tomasi, Der Wartende und der Baum

Henriette Tomasi, Zeichnung
Henriette Tomasi, Zeichnung

Brennnesseln - ein Schmetterlingsbiotop .... ?

ein poetisches Bild, das aus dem Urlaub stammen könnte:

zwischen Ruinen eine Brennnessel-Wiese umrankt von wilden Brombeeren, durchwirkt von schwarzem Holunder und Weidenästen, alten Apfelbäumen, das Efeu mit seinen Blüten am schattigen Boden rankend, die faulen Äpfel und Mirabellen zwischen den Gräsern gärend ... darin die flatternden Schmetterlinge ... .

 

Doch was ist die Realität?

Unkräuter! Wilde Ranken! Igitt! Das ganze Zeugs wird restlos ausgerupft, gemäht, abgeholzt und landet im großen Kompostbeutel und wandert auf den Wertstoffhof. Vor allem die Brennnessel, die so unangenehm brennt, wenn man sie berührt, die keine schöne Blüte hat, die sich so wuchernd ausbreitet, die Ecken und Ränder der Gärten besetzt. Danach natürlich auch all die wilden Brombeerranken, Efeuranken, Disteln, wilder Fenchel und wilde Möhre, Sauerampfer und Klee, Wiesenschaumkraut, Blutweiderich und Äste wildernder Weiden, des Weißdorns und Holunders – all das kommt in die Tüte.

Jedes Jahr das gleiche – alles weg, damit wieder Ordnung im Garten herrscht. Damit niemand sagt „Hier sieht's aber aus – alles verwildert!“ . Doch fragt sich jeder: „Wo sind nur die Schmetterlinge hin?“ Die Antwort liegt in dieser Tüte!

Unter anderem sind gerade diese Pflanzen die Raupenfutterpflanzen und Futterpflanzen der Schmetterlinge. Die Brennnessel ist Futterpflanze für Raupen von mindestens 25 Schmetterlingsarten und auch Futterpflanze vom Admiral, dem Tagpfauenauge, dem kleinen Fuchs und dem Landkärtchen. 

Sollte nicht jeder wieder die Brennnessel im Garten kultivieren?

 

Kann man das Efeu nicht ranken lassen, all den Ranken der wilden Brombeere ein wenig Platz lassen? Es gibt so viele Möglichkeiten etwas zu tun, um den Schmetterlingen noch ein Stück Natur zu lassen! Warum nicht heute damit beginnen?